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Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief ein: Die Stadt der Düfte erwartet Sie. Die Provinz Dhofar im Süden von Oman ist die Heimat des Weihrauchs. Hier gedeihen die knorrigen Bäume, aus denen das aromatische Harz gewonnen wird, so gut wie nirgendwo sonst auf der Welt. Zentrum des Weihrauchhandels ist der Hafen Salalah am Arabischen Meer. Schon seit der Antike wird das edle Räucherwerk von hier aus in alle Welt verkauft. Bei einem Bummel über den Weihrauch-Souk im alten Stadtviertel Al Haffa haben Sie die Gelegenheit, auch Ihre Nase mit dem Duft des Orients zu verwöhnen!
Legenden und Sagen, aber vor allem auch der unschätzbare Reichtum vergangener Zeiten machen Lust auf die Entdeckung der geheimnisvollen Region Dhofar mit seiner Hauptstadt Salalah. Das Gold der Antike war der Weihrauch. Er brachte Ansehen und Wohlstand. Denn nirgendwo sonst finden die knorrigen Weihrauchbäume, deren Harz so begehrt war, bessere Bedingungen als hier. Oft reicht ihnen ein Plätzchen zwischen Felsen und Klippen. Besonders im tiefen Süden des Landes Richtung Jemen gibt es noch viele uralte Exemplare, die wild in tiefen Tälern wachsen. Wundern Sie sich bei einem Spaziergang nicht, wenn Sie sich plötzlich an einen Besuch in einer Kirche erinnert fühlen. Der Duft ist einfach unverwechselbar. Wenn Sie Ihr Wissen über dieses besondere Gewächs und den Oman im Allgemeinen noch vertiefen möchten, sind Sie im Al-Balid-Museum genau richtig.
Auf dem Weihrauch-Souk im alten Stadtteil Haffa gibt es noch mehr davon. Die Luft ist geradezu geschwängert von den schweren betörenden Aromen. Aus Blütenölen, Hölzern und Harzen kreieren die Marktfrauen fantastische Mischungen. Natürlich bekommen Sie hier auch Weihrauchbrenner in allen Variationen und was Sie sonst noch zum Verbrennen der Harze benötigen. Der richtige Zeitpunkt für ein Mitbringsel ist spätestens jetzt gekommen. Ein paar Schritte weiter können Sie einen Blick auf den Al-Husn-Palast erhaschen, in dem der Sultan die Sommermonate verbringt, wenn es im Rest des Landes viel zu heiß geworden ist.
Auch wenn Sie den Sultan nicht zu Gesicht bekommen werden, so ist seine Existenz doch unbestritten. Ganz anders ist das mit der Königin von Saba. Gab es sie wirklich? Und hat sie dem weisen König Salomon einst einen Besuch abgestattet? War sie es, die den Samen des Weihrauchs nach Palästina brachte? Diese Fragen werden wohl ewig unbeantwortet bleiben, doch Sie können der geheimnisvollen Königin in der Ruinenstadt Samhuram ein Stück näherkommen. Schon im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung war die Region Khor Rori Handelsstützpunkt auf der legendären Weihrauchstraße. Hier soll der Palast der Königin von Saba gestanden haben. Reste des Tempels, der Opferaltäre und Wasseranlagen sowie einiger Säulen, die einst eine Lagerhalle stützten, könnten vielleicht einmal ein königliches Zuhause gewesen sein. Könnten ... Tatsache ist jedenfalls, dass die UNESCO die Ruinenstadt im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe machte.
Noch mehr Geschichte rankt sich um die die reiche Oasen-Stadt Ubar, erwähnt in den Erzählungen von „1001 Nacht“ und im Koran. Als man 1984 auf Satellitenaufnahmen eine Kreuzung dreier Karawanenstraßen entdeckte, begannen Ausgrabungen, die Ruinen einer Festung, griechische Bronzestatuen, chinesische Steingefäße und ein 1500 Jahre altes Schachspiel aus Indien zutage brachten. Klar war damit, dass es sich um einen alten Handelsknotenpunkt handelte. Vielleicht ist es aber auch das legendäre „Atlantis der Wüste“. Der immense Reichtum aus dem gewinnbringenden Weihrauchhandel soll der Stadt zum Verhängnis geworden sein. Viele der Fundstücke, Fotografien von den Ausgrabungen und einige der besagten Satellitenaufnahmen können Sie in einem kleinen Museum besichtigen.
Ein bisschen greifbarer ist die Geschichte des Fischerdörfchens Taqa, wo die Fischer ihr Einkommen mit dem Fang und der Verarbeitung von Sardinen bestreiten. Wenn Sie sich einer Jeep-Safari in den Crand Canyon von Dhofar anschließen, bekommen Sie auch gleich einen besonderen Eindruck von der außergewöhnlichen Landschaft. Das mehr als 250 Jahre alte Fort der drittgrößten, aber trotzdem beschaulichen Stadt war ursprünglich Wohnsitz des Provinzfürsten (Wali). Klein, aber gemütlich ging es in seinem Reich zu. Wände und Decken sind windschief, die Räume niedrig, und an den Wänden hängen kostbare Teppiche. Anschaulich sind Alltagsgegenstände wie Truhen, Trinkgefäße, Karaffen und Porzellan ausgestellt – als käme der Wali jeden Augenblick von einem Spaziergang zurück. Vor dem Abschied sollten Sie noch den herrlichen Blick von den Klippen am Ortsrand genießen. Beeindruckend ist auch der Ausblick vom Plateau des Jebal Samhan, der sich 1.700 Meter aus der Ebene emporreckt, auf die grünen Berghänge. So mancher wagt hier den Vergleich zum Grand Canyon, aber entscheiden Sie selbst.
Im immergrünen Wadi Darbat werden Sie staunen. Hier lassen es sich nicht nur Kamelherden gut gehen. Es gibt sogar einen 100 Meter hohen Wasserfall, während die Quellen von Ain Razat die Pflanzen in einem üppig grünen Garten speisen. Wesentlich ruhiger und gemütlicher geht es bei einem Strandnachmittag im Hotel Crown Plaza zu. Am Pool oder im Meer können Sie die Seele baumeln lassen.
Und zum Schluss noch ein bisschen Wahrheit, Legende und Religion: Der Prophet Hiob war keineswegs ein Mann, der Schrecken und Unheil verbreitete. Vielmehr war er fest im Glauben verwurzelt. Sowohl bei den Christen als auch im Islam wird er verehrt. Seine Grabstätte ist ein Heiligtum ganz in der Nähe Salalahs, dass Sie über teilweise steile Serpentinen im Qara-Gebirge finden. Den schlichten Raum, in dem sein Sarkophag unter einem grünen Tuch aufgebahrt ist, sollten Sie mit Respekt und vor allem barfuß betreten. Unter einem Eisengitter vor der Tür soll übrigens der Satan seinen Fußabdruck hinterlassen haben.
Doch damit verhält es sich wohl ähnlich wie mit der sagenumwobenen Königin von Saba. Dhofar ist eben alles andere als eine trockene Wüstenregion.
Alle Angaben unter Vorbehalt. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Genauere Informationen finden Sie in Ihren Reiseunterlagen.
Salalah liegt im Süden des Sultanats Oman und ist die Hauptstadt des Bezirkes Dhofar. In der Region leben etwa 190.000 Menschen.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt rund 25 °C, auch im Januar wird es selten kälter als 22 °C. Dennoch ist die Sommerhitze erträglicher als im Inland. Monsunregen von Juni bis September sorgt für randtropisches, feuchtes Klima.
Der Oman ist eine absolute Monarchie. Der Sultan ist gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef.
Arabisch
1 Omanischer Rial (RO) unterteilt sich in 1.000 Baiza, 1 RO entspricht ca. 2 Euro.
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